Im Leben gibt es Grenzen. Das, was danach geschieht, scheint grenzenlos. Doch wir können nicht mit absoluter Bestimmtheit die Ewigkeit nach dem Leben im Tod versprechen. Irgendwann kommt jeder an den Punkt, an dem das Warten auf die ewige Erlösung ein Ende nehmen soll. Am Tod zu zweifeln wäre bloß eine törichte Lüge, die das Leben verleumdet und die Augen vor dem verschließt, was uns am Ende noch bleibt. Wir stehen einer Leere gegenüber, die weder eine Barriere erahnen lässt, noch die eigene Hingabe infrage stellt. Jene fragliche Leere reicht uns die Hand, anziehend und dennoch ohne jeglichen Drang. Unbeirrt greifen wir nach dem Widerstand, den wir im Schatten unserer selbst verborgen haben. Die eindringliche Leere spottet uns und bestraft uns für den eigenen Aberwitz. Die Dunkelheit schnürt sich um unsere Seele und gerade als es scheint, als wäre der Schmerz der Höhepunkt unseres Leidens, unseres Lebens und unseres Bewusstseins, greifen wir nach der Leere. Bevor wir letztendlich die Kontrolle darüber verlieren, was uns ausmacht, ehren wir den eigenen Verlust und verspüren den erhofften Aufprall, der die Leere erschüttern lässt und uns von allem loslöst, was uns hält. Um uns ist nichts. Niemand. Noch nicht einmal die Leere lässt sich fassen. Was da ist, das wissen wir nicht. Ob es Grenzen sind, bleibt unserer Überzeugung überlassen. Einige Momente bleiben wir liegen. Die Länge der Momente können nur erahnt werden, Zeit und Raum sind an diesem Ort nur Komplexe unserer Erinnerung bevor auch diese in das übergehen, was uns umgibt und was wir sind. 

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  1. coveryoursoul posted this